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Bleib am Ball mit den neuesten Ereignissen im Salzburger Mädchenfußball. Hier findest Du Berichte, Fotos und Einblicke in die aktuellen Geschehnissen bei den Vereinen im Salzburger Land.
Die positiven Auswirkungen des Fußball auf die aktiv spielenden Mädchen
Der Mädchen- und Frauenfußball erlebte in den letzten Jahren einen massiven Boom. Die mediale Aufmerksamkeit ist gewachsen, die Zuschauerzahlen steigen, das spielerische Niveau hat sich verbessert und immer mehr Mädchen zeigen Interesse daran aktiv Fußball zu spielen.
Laut den neusten vorliegenden Zahlen des ÖFB aus 2025 sind in Österreich ca. 20.000 Fußballerinnen in Vereinen aktiv, davon alleine 70% Mädchen, was ca. 14.000 entspricht. Dies ist eine Verdoppelung an aktiven Spielerinnen im Vergleich zu 2015.
Doch was sind die Gründe für diesen Boom? Warum entscheiden sich Mädchen für den Fußball und welche positiven Auswirkungen hat es auf die Mädels, wenn diese aktiv im Verein diesem Sport nachgehen?
Genau diesen Fragen wurde auch in diversen empirischen Studien und zahlreiche Befragungen nachgegangen, dessen wichtigste Ergebnisse hier kurz zusammengefasst werden sollen.
Eine der bedeutsamsten war dabei die empirische Studie der Universität Birmingham, die im Auftrag der europäischen Fußballunion, der UEFA, durchgeführt wurde. Hierzu sind 4128 Mädchen aus diversen europäischen Ländern im Alter von 12 bis 17 Jahren im Jahr 2022 befragt worden.
Die wichtigste Aussage dieser Untersuchung war: Mädchen, die Fußball spielen, haben ungeachtet ihres Wohnortes oder ihres Spielniveaus, mehr Selbstvertrauen als Mädchen, die keinen Sport betreiben. Zudem weisen sie auch ein größeres Selbstvertrauen als Mädels in anderen Sportarten auf. 80 % der befragten Mädchen gaben an, dass sie aufgrund der Tatsache, dass sie im Verein Fußball spielen, sich selbstbewusster und selbstsicherer fühlen als vor ihrer aktiven Karriere in dieser Sportart. Mädels, die im gleichen Alter waren und keinen Sport betrieben, zeigten hier ein deutlich geringeres Selbstwertgefühl und auch weibliche Kinder und Jugendliche, die anderen Sportarten nachgingen, wie Turnen, Basketball etc. erreichten nicht diese hohen Werte.
Es zeigte sich weiter in dieser Studie, dass Mädchen, die Fußball spielen, im Durchschnitt ein höheres psychisches Wohlbefinden und eine größere Lebensfreude in der Befragung angaben, als die Mädels, die keinen Sport nachgehen. Auch schnitten die fußballspielenden Mädchen in diesen Bereichen erneut besser als die weiblichen Kinder und Jugendlichen ab, die aktiv andere Sportarten betreiben.
Mädchen, die Fußball spielen, berichteten zudem im Vergleich zu den sportlich inaktiven Geschlechtsgenossinnen von deutlich weniger Zukunftsängsten und mehr Optimismus.
Auch wurde deutlich, dass die fußballspielenden Mädels sich im Alltag selbstsicherer zeigten und besser mit Stress und Rückschlägen, wie beispielsweise in der Schule, umgehen konnten als gleichaltrige Mädchen, die keinem aktiven Sport nachgingen.
Studien der Erlanger Forschungsgruppe Mädchenfußball, der Universität Würzburg und der Uni Konstanz brachten ähnliche Resultate und betonten die positiven Effekte des Mädchenfußballs auf ein höheres Selbstvertrauen, eine geringere Ängstlichkeit, aber auch auf ein besseres Körpergefühl und eine optimierte Motorik, Koordination und Ausdauer bei den Spielerinnen.
Aber auch der Effekt des Gemeinschaftsgefühls wurde betont. Fußballspielende Mädchen entwickeln eine gesteigerte Teamfähigkeit und eine bessere soziale Zugehörigkeit als Mädels, die nicht im Sport aktiv sind und sie erreichten in diesem Punkt auch bessere Werte als Mädchen, die Einzelsportarten, wie zum Beispiel Tennis betreiben. Die besondere Bedeutung der Gemeinschaft bestätigt eine Untersuchung der Uni Berlin, wo 91% der befragten Mädels im Alter von 10-17 Jahren angaben, dass sie Fußball spielen, weil sie gerne in einem Team sind. Aber auch der generelle Spaß an den körperlichen Anforderungen des Fußballs wurde hier von 92% der Mädchen positiv hervorgehoben, 65% sind gerne im Fußball wegen dem Wettkampfcharakter aktiv, aber bei nur 43% der befragten Spielerinnen steht das Gewinnen im Vordergrund.
In einer Studie der Uni Wien von 2018 wurde herausgestellt, dass die Stimmung und das Wohlbefinden der aktiven Mädchen im Fußball aber durchaus auch in Relation zur Leistungsfähigkeit stehen. Umso leistungsfähiger und spielstärker sich die Mädels selbst empfinden, umso mehr Zufriedenheit entwickeln sie für sich in ihrer Rolle als Fußballerin.
Um den Mädchen überhaupt die Chance zu geben, die oben genannten positiven Effekte des Fußballspielens zu ermöglichen, bedarf es natürlich der entsprechenden Rahmenbedingungen. So hat eine Untersuchung der Uni Graz herausgestellt, dass vor allem das soziale Umfeld, also Freunde, Eltern und die Schule die entscheidenden Faktoren sind, ob Mädchen in Österreich überhaupt mit dem Fußballspielen beginnen. Durch mehr Vereine, mehr Angebote, eine bessere Struktur, aber auch durch das Großprojekt „TWOgether“ an den Schulen wurde hier einiges, vor allem auch im Bundesland Salzburg, erreicht und viele Mädels für den Fußball gewonnen.
Aber auch die Wahrnehmung des Mädchen- und Frauenfußballs sollte sich steigern. Die im April 2026 veröffentlichte Jahresstudie „Genderbalance in der Sportberichterstattung“, unterstützt von Sport Austria, lieferte ernüchternde Zahlen zur medialen Aufmerksamkeit. 85 Prozent der Fußballberichte in Österreich haben den Männersport im Vordergrund, was zu einem Mangel an medialer Präsenz für den Frauenfußball führt.
Dies bedingt, dass junge Mädchen seltener weibliche Vorbilder finden und deshalb vielleicht gar nicht mit dem Fußballspielen beginnen. Dies wird auch exemplarisch an vielen getragenen Fan-Dressen der Mädels deutlich, wo in der Regel nur Namen von Spielern, aber nicht von Spielerinnen auf dem Rücken aufgedruckt sind. Fußballspielende Frauen werden von den Mädchen offenbar noch nicht so stark als Vorbild wie die männlichen Spieler wahrgenommen.
Dies kann auch mit der zu geringen medialen Präsenz des Frauenfußballs zu tun haben. Aber auch hier gibt es positive Tendenzen, es wurde beispielsweise im April 2026 zwischen dem ÖFB und dem ORF vereinbart, dass die Übertragungen des Frauenfußballs verstärkt und alle Heimspiele des Damen-Nationalteams und mehr Spiele der Frauen-Bundesliga und des ÖFB Frauen Cup live gezeigt werden.
Unabhängig von der aktuellen Berichterstattung, wird die enorme Bedeutung des Fußballs für die Mädchen in der Berliner Studie deutlich, wo 67% angaben, dass Fußballerin zu sein ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. 78% betonten, dass sie ihren Tagesablauf immer so planen, dass Zeit für Fußball bleibt und für 85% wäre es ein großer Verlust, wenn sie mit dem Fußball im Verein aufhören müssten, weil sich die Ausübung dieses Sports beispielsweise mit der Schule zeitlich nicht mehr vereinbaren lässt.
Auf alle Fälle haben die Ergebnisse der diversen Studien und Untersuchungen gezeigt, dass Mädchen, die aktiv im Verein Fußball spielen, ein stärkeres Selbstvertrauen entwickeln, sich selbstsicherer fühlen, ein positiveres Körpergefühl aufbauen, besser mit Stress umgehen können und auch verstärkt mehr Teamfähigkeit entwickeln. Hier zeigen sich deutlich bessere Ergebnisse als bei Mädels, die keinem Sport nachgehen und auch bessere Resultate als bei den Mädchen, die in anderen Sportarten aktiv sind.
Alles Gründe, um den Mädchenfußball in Zukunft weiter zu fördern und zu unterstützen und um optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich noch mehr Mädchen für den Fußballsport entscheiden.